Es ist Dienstagabend, und ich starre zum zwölften Mal auf denselben Chatverlauf
Es ist Dienstagabend, und ich starre zum zwölften Mal auf denselben Chatverlauf. „Wann passt's dir?" – „Eigentlich immer." – „Dann sag du." Anna und ich versuchen seit drei Wochen, einmal zusammen Mittag zu essen. Drei Wochen. Für ein Sandwich. Jedes Mal dasselbe: Ich schlage etwas vor, sie hat den Termin schon. Sie schlägt etwas vor, ich sitze im Meeting. Mein Kalender ist ein Minenfeld, und ich tappe jedes Mal mit Anlauf hinein. Irgendwann reicht's mir. Ich öffne Indes, lege eine Suche an, „Lunch mit Anna", und stelle ein, was zählt: zwei Wochen, Mo bis Fr, 90 Minuten, eine Stunde Abstand zu allem anderen, elf bis vierzehn Uhr. Dann drücke ich auf Suchen. Eine saubere Liste. Fünf Vorschläge, jeder an einem anderen Tag. Der ganztägige Betriebsausflug am Freitag? Rausgerechnet. Die Lücke, die in Wahrheit von einem überzogenen Termin gefressen wird? Gar nicht erst dabei. Ein Knopfdruck, fünf vorläufige Blocker landen in meinem Kalender, höflich markiert. Die Liste teile ich mit einem Tippen an Anna – schön formatiert, kein hingerotztes „Di oder Do?". Sie antwortet nach vier Minuten. „Donnerstag, 12 Uhr – perfekt!" Ich wische über den Donnerstag, finalisiere ihn, und sehe zu, wie sich die anderen vier Blocker von selbst löschen. Übrig bleibt ein einziger Eintrag: „Lunch mit Anna", Donnerstag, 12 Uhr. Drei Wochen Hin und Her. Beendet in zehn Minuten. Indes - Keine Werbung, kein Tracking, deine Daten. Anregungen gerne an: [email protected]